Mensch, Martin! – Luther einmal von einer anderen Seite
Wie war Martin Luther eigentlich als Mensch? Nicht nur als Reformator, Bibelübersetzer und historische Persönlichkeit, sondern als Sohn, Ehemann, Freund und manchmal auch schwieriger Zeitgenosse? Diesen Fragen widmete sich der besondere Gottesdienst zum Reformationstag am 31. Oktober im Verdener Dom.
Im Mittelpunkt stand das Theaterstück „Mensch, Martin!“, das ursprünglich von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Achim entwickelt und 2023 aufgeführt worden war. Für die Wiederaufnahme im Dom schlüpfte eine interkonfessionell zusammengesetzte Gruppe in die Rollen historischer Persönlichkeiten und brachte verschiedene Stationen aus Luthers Leben auf die Bühne.
In drei Szenen begegneten die Besucherinnen und Besucher Luther auf ganz unterschiedliche Weise: im Konflikt mit seinem Vater, im Gespräch mit seinem Beichtvater Johann von Staupitz und schließlich im turbulenten Familienalltag mit seiner Frau Katharina von Bora und seinem Weggefährten Philipp Melanchthon. Dabei wurde deutlich: Luther war keineswegs ein makelloser Held. Er war ein Mensch mit Zweifeln, Überzeugungen, Ecken und Kanten – und durchaus auch mit einer gehörigen Portion Humor.
Eine besondere Verbindung zur Stadt Verden gab es auch bei der Ausstattung: Die Kostüme für die Aufführung stammten aus dem Fundus der Verdener Domfestspiele. Deren erster Vorsitzender Ralf Böse stellte sie für diesen Anlass zur Verfügung.
Superintendent Fulko Steinhausen leitete den Gottesdienst, in dem sich Theater, Musik, Gebete und traditionelle Reformationslieder miteinander verbanden. So wurde der Reformationstag zu einer Gelegenheit, Martin Luther aus einer anderen Perspektive zu begegnen und sich daran zu erinnern, dass auch hinter großen historischen Veränderungen Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen stehen.