Zwischen Klassenzimmer und Seelsorge: Schulpastorin Ute Ravens möchte junge Menschen stärken
„Sportlich, verantwortungsvoll, freundlich.“ So beschreibt sich Ute Ravens selbst. Drei Worte, die gut zu einer Pastorin passen, die nach vielen beruflichen Stationen nun dorthin zurückkehrt, wo für sie einst alles begann: an die Berufsbildenden Schulen in Verden.
Geboren in Hamburg, aufgewachsen bei Winsen (Luhe), studierte sie Theologie in Bochum. Schon damals stand sie vor einer Entscheidung: Lehramt oder Theologie? Eigentlich hätte sie beides gern gemacht. Mit ihrer Aufgabe als Schulpastorin verbindet sie heute genau diese beiden Leidenschaften.
„Ich wollte damals Religion und Sport auf Lehramt studieren“, erzählt sie. „Als sich später die Möglichkeit ergab, an einer Schule zu arbeiten, dachte ich: Jetzt habe ich beides.“
Nach Stationen als Berufsschulpastorin in Verden, Gemeindepastorin bei Wolfsburg und zuletzt achteinhalb Jahren in der Militärseelsorge kehrt sie nun an die BBS Verden zurück. Ein Ort, den sie bereits gut kennt – und doch ganz neu erleben möchte.
Menschen begegnen – auf Augenhöhe
Was sie an ihrem Beruf bis heute begeistert, hat sich über all die Jahre nicht verändert.
„Man arbeitet immer mit Menschen zusammen. Und das begeistert mich nach wie vor.“
Ob fröhliche Begegnungen, Gottesdienste oder Gespräche in schwierigen Lebenssituationen, für Ute Ravens stehen gelingende Beziehungen im Mittelpunkt ihres Dienstes.
Diese Haltung prägte auch ihre Zeit als Militärseelsorgerin. Dort begleitete sie Soldatinnen und Soldaten bei Gottesdiensten, in persönlichen Krisen, auf Übungen und Auslandseinsätzen bis hin in den Irak. Besonders wichtig war ihr dabei die Offenheit der Seelsorge.
„Wir sind für jeden Menschen da – unabhängig von seiner Konfession.“
Mehr als Religionsunterricht
Als Schulpastorin besteht ihre Aufgabe zwar zum großen Teil aus Religionsunterricht. Doch ihr Dienst geht weit darüber hinaus.
Sie gehört zum Beratungsteam der Schule, bietet Schulseelsorge an, leitet Gottesdienste und möchte gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern neue Projekte entwickeln.
„Ich gehe erst einmal hin, schaue und höre zu. Wo gibt es Bedarfe? Wo kann ich unterstützen?“
Eigene Ideen bringe sie zwar mit – wichtiger sei ihr aber gemeinsam herauszufinden, was gebraucht wird.
Vertrauen schenken
Besonders freut sie sich auf ihre neue 11. Klasse.
„Mit ihnen gehe ich jetzt drei Jahre gemeinsam bis zum Abitur. Ich freue mich darauf, diesen Weg mitzugehen.“
Was sie jungen Menschen mitgeben möchte?
„Fröhlichkeit und Vertrauen.“
Vertrauen in das Leben. Vertrauen in andere Menschen. Und vielleicht auch Vertrauen in Gott.
Dabei möchte sie vor allem stärken, was bereits da ist.
„Ich versuche, den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und zuerst ihre Stärken zu sehen.“
Dankbarkeit als Lebenshaltung
Ein Bibelvers begleitet Ute Ravens dabei schon viele Jahre:
„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ (Psalm 103)
„Ich bin ein dankbarer Mensch“, sagt sie. Dieser Vers erinnere sie immer wieder daran, bewusst auf das Gute im Leben zu schauen.
Mit dieser Haltung beginnt sie nun ihr neues Kapitel im Kirchenkreis Verden – neugierig auf die Begegnungen, die vor ihr liegen. Wir wünschen ihr dafür Gottes reichen Segen.