Dompastor Lueder Möring in den Ruhestand verabschiedet
Nach 40 Berufsjahren, 13 davon am Dom zu Verden, ist Pastor Lueder Möring am Sonntag in den Ruhestand verabschiedet worden. Superintendent Steinhausen würdigte einen Pastor mit weitem Blick und dem Mut, Kirche in die Gesellschaft zu tragen.
Physik oder Theologie? Als Lueder Möring 1977 vor dieser Frage stand, war es keine große Berufungsgeschichte, sondern eine erstaunlich nüchterne Entscheidung. „Ach, fängst Du mal damit an“, so beschreibt er selbst die Überlegung, es in Göttingen mit der Theologie zu versuchen. Wie das ausgegangen ist, wissen wir: Er ist geblieben. Am Sonntag, 27. September 2026, wurde der Pastor des Doms zu Verden im Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet.
Superintendent Steinhausen zeichnete in seiner Ansprache den roten Faden durch Mörings Berufsleben nach: ein weiter Blick, der nicht in der eigenen Blase bleibt, sondern wach wahrnimmt, was außerhalb passiert. Schon im Studium zog es Möring für ein Jahr in die USA, nach dem ersten Examen folgte ein Praktikum in Südafrika. In seiner ersten Pfarrstelle in Osterholz-Scharmbeck ließ er sich in Fundraising ausbilden, lange bevor viele mit dem Begriff etwas anfangen konnten. Als eine diakonische Pflegeeinrichtung einen Theologen für den Vorstand suchte, sagte er zu und begleitete ein Millionenprojekt. Fast ein Vierteljahrhundert blieb er in Osterholz-Scharmbeck, bis er vor 13 Jahren seinen Hut für die Stelle am Dom in den Ring warf.
Auch in Verden zeigte sich dieser Blick nach außen:
Domweihgottesdienst: Mit Humor und Tiefgang gab Möring ihm einen Volksfestcharakter, der viele Menschen anzieht, auch solche, die der Kirche sonst eher fernstehen.
Kirchliche Friedhöfe: Gemeinsam mit dem Verbandsvorstand und mit bewundernswertem Durchhaltevermögen erarbeitete er ein nachhaltiges Finanzierungskonzept mit der Stadt Verden.
Einfach Heiraten: Bei dieser Aktion der Landeskirche holte er mit der Fischerhuder Kollegin an einem einzigen Tag 36 Paare zur Segnung oder Trauung in den Dom.
„Immer war es Ihnen ein Anliegen, eine Brücke von der Kirche in die Gesellschaft zu schlagen“, fasste Superintendent Fulko Steinhausen zusammen und zeigte, welche Relevanz der Glaube nicht nur für einen inneren Kreis hat, sondern für alle. Ein Satz aus dem Vorgespräch begleitete Möring dabei durch 40 Berufsjahre: „Wir sollen den Mund aufmachen und Profil zeigen!“
Im Namen der Landeskirche und des Kirchenkreises dankte der Superintendent für den „engagierten, profilierten und segensreichen Dienst“. Anschließend wurde Möring entpflichtet und mit Gebet und Segen in die neue Lebensphase geschickt. Der Segen galt dem Blick zurück ebenso wie den Schritten nach vorn. Ganz aus dem Dienst ist er dabei nicht: Als Pastor im Ruhestand bleibt er berufen, zu predigen, zu taufen und Abendmahl zu feiern, wo immer sein Dienst gefragt ist. Frei ist er von den dienstlichen Pflichten in der Domgemeinde.
Wir sagen: Danke, Lueder Möring, und Gottes Segen für alles, was jetzt kommt!